Nachgeschaut

Schwarze Kunni und fränkischer Safran

Ein kulinarischer Streifzug: Nachdem wir uns nach vielen Jahren eine kleine Auszeit genommen hatten, fuhren wir auf der Rückreise vom imposanten Elb-Sandstein-Gebirge über Kulmbach Richtung Heimat.

Ein redaktioneller Beitrag von Thomas Luciow.
Während unserer Urlaubstage standen wir auf einem ruhigen Stellplatz an der Burg Stolpen. Da wir uns hier nicht auskannten, war gleich am nächsten Tag die Aufgabe, nach möglichst biologischen Nahrungsquellen zu suchen.
Ein paar Eingeborene, die bekanntermaßen nicht gerade sehr redselig sind, hatten sich dann doch einige Informationen abgerungen, speziell eine Dame, mir der wir im Ort einen angenehmen Plausch hielten und die sogar Verbindungen nach Würzburg hat. So ein Zufall.
Unsere Jagd führte uns zum Demeter-Hof Steinert, wo wir den besten Frischkäse aller Zeiten fanden. Und dies auch noch im Glas. Dazu selbstgemachte Salami und ein paar weitere Käseköstlichkeiten.
Anderntags fuhren wir einen langen schmalen Weg in den dunklen, tiefen Wald. Dieser führte uns an ein versteckt gelegenes Gasthaus, welches auch frisches, bzw. gefrorenes Wildbret anbot. Dies ließen wir uns natürlich nicht nehmen und nahmen zwei Portionen mit. Am Abend gab es im WoMo ein in Rotwein geschmortes Rehgulasch – köstlich.
Der Fisch am Freitag kam ebenfalls nicht zu kurz, den bekamen wir sozusagen um die Ecke, mitgebracht von einem Ausflug in die Bastei (sehr sehenswert !) auf der Rückfahrt.

Apropos Rückfahrt…
Wir besuchen die Schwarze Kunni:

Eine Station war in Trebgast, wo wir über den Stellplatzführer von „Landvergnügen“ bei der Brauerei Haberstumpf, Familie Wernlein, einen stillen Stellplatz mitten im Wald für das Wohnmobil fanden. Es war schön unter den bunt gefärbten Bäumen, deren Blätter man, abwechselnd mit den Regentropfen, auf dem Dach des WoMo´s landen hörte.

WoMo-Stellplatz an der Brauerei Haberstumpf
WoMo-Stellplatz an der Brauerei Haberstumpf

Als kleine Privatbrauerei geführt, hinterlassen gerade mal drei Brauereimitglieder ihre hopfige Handschrift. Allen voran die Tochter Yvonne, die vor einigen Jahren die Brauerei von Ihrem Vater übernommen hat und dazu geschmackvoll eine Bräuschenke einrichtete. Mama Wernlein kümmert sich hautsächlich um den Getränkeladen und die Gäste des Stellplatzes.

Die erste Begegnung war etwas scheu, aber schon am Abend, als wir die Bekanntschaft der „Schwarzen Kunni“, einem köstlichen dunklen Bio-Bier, machten, war der Bann gebrochen. Selbst mit den Ansässigen BiergenüsslerInnen, die sich sehr offen zeigten, hatten wir netten Kontakt.

Brauerei Haberstumpf in Trebgast
Brauerei Haberstumpf in Trebgast

Vor der Abreise bekamen wir noch einen Einblick in das Brauwesen und in die alten, in Fels getriebenen Lagerkeller.

Weiter ging es gen Süden, dort, wo der fränkische Safran wächst –

einem kleinen Weiler in Mittelfranken. Der Empfang war herzlich und stürmisch, keine Wunder, wenn drei muntere Kids neugierig Neues witterten.

Der Safran-Krokus begann gerade zu sprießen, etwas später als sonst, witterungsbedingt. 980 Blüten waren bereits auf dem Tisch und warteten darauf, ihrem kostbaren Inhalt, den Safran-Fäden, „beraubt“ zu werden. Nach einer kurzen technischen Einweisung waren wir gleich mit dabei.

Safran aus Franken
fränkischer Safran

Französisch angehauchte Gastlichkeit erwartete uns am Abend, den wir gemütlich beim Probieren verschiedener Safran-Kreationen und georgischer Schwarzen Nüssen, ausklingen ließen.

Ein neuer Tag, neues (Safran-)Glück. Wir durften mit auf´s Safran-Feld und Blüten pflücken. Mit der Nase am Boden haben wir einiges zusammen gebracht – diesmal waren es 1240 Blüten, immer noch relativ wenig, bei 50.000 gesetzten Krokus-Zwiebeln. Die zarten Blüten dürfen beim Pflücken noch nicht geöffnet, müssen jedoch schon gut aus dem Erdreich herausgewachsen sein.

Vor der entgültigen Rückreise haben wir mittags noch zusammen gekocht und gemütlich gegessen. Die Sonne hat uns nach eineinhalb Wochen Regenwetter aus Mittelfranken verabschiedet – und grauer Nebel in Würzburg empfangen.

Tja, und nun sind wir wieder zuhause, atmen Würzburger (Mief-)Luft und der „Normale Wahnsinn“ mit allem Lärm und Trubel hat uns (fast) wieder.

Danke an alle, die uns diese Erlebnisse ermöglichten– es hat Spaß gemacht!

Der fänkische Safran ist in unserem Onlineshop, über unsere Märkte/Veranstaltungen oder direkt bei uns zu erwerben. 0,5 g kosten 17,- EUR.

[Anmerkung: Dieser Artikel erscheint aus persönlichem Interesse und wurde weder bezahlt, noch in irgend einer Art gesponsert.]

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