GM-Kolumne

Schande für das EU-BIO-Siegel

Nachdem wir gestern die Sendung “Wie billig kann BIO sein” im ARD gesehen haben, müssen wir uns schon fast schämen, unter welchen Bedingungen BIO-Tiere gehalten werden. Inwieweit die Angaben in der Sendung korrekt sind, können wir natürlich nicht sagen, aber alleine die Äußerungen der Halter der Tiere sind mehr als bedenklich.

Hühner mit nackten und roten Ärschen, sind, so ein Sprecher*, die Fleißigen, Hühner mit befiederten Hintern sind die Faulen, die nur sonntags ein Ei legen. Hühner, die dahinvegetieren, Hühner, die bereits halb verwest sind, Hühner über Hühner… Und das in einem BIO-Betrieb!
(*Dies sagt ein Bio-Guts-Besitzer, der nach Angaben auf seiner Website schlappe 35.000 Bio-Legehühner in Freilandhaltung hat. In der malerisch- romantischen Übersicht seines Guts findet man jedoch keinen Stall, der diese Masse aufnehmen könnte…)

Schweine im Mist und Kot, Schweine, die sich kaum rühren können, Muttersauen, die lethargisch am Boden liegen, und sogar ein frischer Wurf,
der nicht mehr lebte, lag unbeachtet im Stall (wenn man den so nennen darf).

Wir waren geschockt, denn wir dachten, dass die Mindestanforderungen des EU-BIO-Siegels auch in gewissem Maße den Tierschutz beinhaltet.
Aber mit Ausnahmegenehmigungen geht das wohl, dass man bestimmte Auflagen umgeht.

Gut, wir verarbeiten als Veredler in unserer Genießermanufactur keine Bestandteile von toten Tieren, aber wir schämen uns schon, was unter diesem “Mindeststandard” alles möglich ist.

Zunehmend haben alle ehrlichen Erzeuger und Verarbeiter das Problem, dass mit dem Discounter-Bio immer mehr Massenware erzeugt werden muss, darunter aber auch die Glaubwürdigkeit von BIO allgemein leidet.

Machen die großen Discounter damit ihren großen Reibach, weil es die wenigsten Verbraucher wohl interessiert, wie ihr Lebensmittel erzeugt wird, geraten die Kleinunternehmer und Mittelständler immer mehr in Bedrängnis, ernsthaftes, ehrliches und moralisch korrektes Bio an Mann und Frau zu bringen.

Wir haben als kleine Manufactur bereits einen sehr großen finanziellen Aufwand, die Zertifizierung durch die EU-BIO-Stelle zu bewältigen.
Zwar denken wir schon seit langem nach, einem anerkannten und bekannten Anbauverband beizutreten, wissen aber nicht, wie wir dies finanziell bewerkstelligen sollen.

Alleine der Umstand, dass man seine Qualitätskriterien und Ehrlichkeit nur mittels Geld nach außen hin “beweisen” kann, stimmt schon traurig.

Und noch mehr, dass Bio teilweise schon einen so schlechten Ruf hat, dass man mit dem Zusatz “aus der Region” oder “regional” mehr Zuspruch vom Verbraucher hat.

So recht wissen wir nicht, wo dies hinführt, hat doch der Verbraucher den Markt in der Hand. Warum lässt er sich so leicht täuschen, warum hat er kein Interesse zu wissen, was er isst? Warum ist ihm seine Ernährung und der damit verbundene Umgang mit der Natur, den Tieren und auch den Menschen scheinbar egal?

Und, gibt es vielleicht Hinweise, dass sich die “energetische” Information von Massentierhaltungsfleisch auf den Menschen überträgt (Lethargie, Desinteresse, Angstzustände, verschiedene Massenphänomene, Aggression u.v.m.)?

Wir sind ratlos…

P.S. Auffallend ist, dass viele dieser Zustände und zunehmend extreme Massentierhaltungen (Vieh als gefühllose Ware) in Mecklenburg-Vorpommern auftreten.

One thought on “Schande für das EU-BIO-Siegel

  1. Mindeststandards für Bio Zerfitikate können auch von Produzenten unterboten werden, dies sollte jedoch die Ausnahme darstellen.

    Selbst wenn alles richtig läuft und die Bio-Bedingungen eingehalten werden, ist das Bio-Tier kein glückliches, welches im Grünen ein langes Leben herum tollen kann. Das dürfte spätestens nach dieser Reportage jedem bewusst sein. So lange der Markt so stark umkämpft ist, und der Verbraucher nicht bereit den entsprechenden Preis zu zahlen wird sich daran auch nichts ändern.

    Es ist toll das ihr euch habt zertifizieren lassen, und mit diesem Aushängeschild ein solches Sortiment an Leckerkeiten vertreibt!

    Grüße von
    WWV

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