Die Geniessermanufactur - Die Philosophie ---- Bio-Feinkost mit Charakter - Chilipasten, Würzpasten, Pestos, Pralinen, Trüffel
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Createur trotz(t) Hindernisse(n)

Ob dieses „Outing“ in der heutigen Zeit nicht etwas riskant ist?

Bezogen auf eine Leistungsgesellschaft, die immer und zu jeder Zeit auf 100%ige Erfüllung setzt, vielleicht schon, bezüglich der Menschlichkeit sicherlich nicht. Vielleicht ist es auch für den Einen oder Anderen der mich kennt, eine rationelle „Erklärung“, warum ich nicht der Spontanste bin oder mich nicht mit Begeisterung in das eine oder andere Event stürze.

Wie schon erwähnt entstand „Die Genießermanufactur“ aus einer „Notsituation“ heraus, d.h. in Ermangelung an biologischen Rohstoffen, bzw. an fernöstlichen Soßen und Würzpasten ohne Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen und verschiedenen künstlichen Zusatzstoffen.

Ein weiterer Hintergrund ist meine Erkrankung, die mit 17 Jahren bereits begann, durch deren Symptome ich eine sehr große Einschränkung in meiner Lebensqualität habe und so zu den kulinarischen Genüssen fand, die mir etwas Lebensqualität vermitteln.

Das „Problem“ hat den Namen „CFS“, Cronical Fatique Syndrom (Chronisches Erschöpfungssyndrom / Chronisches Müdigkeitssyndrom) und hat u. a. zur Folge, daß die Mitochondrien in den Zellen, die als Kraftwerk dienen, nicht mehr mit voller Leistung arbeiten. Hintergrund ist eine Veränderung auf zellulärer Ebene, mit einer Störung der Mitochondrienfunktion. Auch ist der Stoffwechsel beeinträchtigt und es besteht ein chronischer Mangel unter anderem an wichtigen Nervenbotenstoffen. Unter anderem spricht man auch von einem chronischem nitrosativem Streß. Der Körper hat kaum Puffer, um außergewöhnliche Leistungsanforderung zu kompensieren. So ist selbst der Klimafaktor Hitze eine sehr starke Belastung.

Daraus resultiert eine rasche Erschöpfung bzw. mangelnde Leistungsfähigkeit, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Konzentrationsstörungen etc.. Selbst nach 9-10 Stunden notwendigem Schlaf fühlt man sich wie „durchgedreht“, braucht lange Zeit um halbwegs im Tagesbewußtsein zu sein und was den Antrieb betrifft, können Sie sich denken.

Es gibt Tage an denen bereits nach 2-3 Stunden ein zunehmender Erschöpfungszustand eintritt, der einen im weiteren Tagesverlauf extrem einschränkt, oder auf leichte Tätigkeiten reduziert.

Gerade in solchen belastenden Phasen leidet sicherlich die Kreativität, aber es gibt auch noch andere Tage. Und so entstand seit 2007 eine doch sehr beachtliche Auswahl an exklusiven Gaumenschmeicheleien.

Die Behandlung ist selbst in der heutigen Zeit wenig aussichtsreich und die Diagnostik sowie die Medikation um ein Fortschreiten zu verhindern, müssen selbst erbracht werden, was es in einer solchen Situation auch nicht leichter macht.

Einen halbwegs normalen Alltag zu gestalten, ist recht schwierig, da selbst für Freizeittätigkeiten stets Kraft vorhanden sein sollte, aber kaum ist. Partnerschaften werden dadurch stellenweise sehr belastet, da Antrieb und Spontanität mangels Kraft und Wohlbefinden wenig ausgeprägt sind.

Mit dieser Thematik anerkannt zu werden ist hier in Deutschland, zumindest zur Zeit, aussichtslos. Andere Länder erkennen diese Erkrankung schon lange an, so daß die Betroffenen offiziell einen Behindertenstatus bekommen, was ihnen zumindest eine existentielle Grundversorgung mit einer Minimalrente garantiert. Bei Behörden, Ämter, ja sogar in eigenen Reihen gilt man hierzulande fast schon als Hypochonder, sieht man einem die Erkrankung äußerlich nicht unbedingt an.....

Weiter möchte ich nicht darauf eingehen und empfehle bei Interesse über Internet weiter nachzuforschen, in dem es inzwischen einige gute seriöse Seiten gibt.

Eine Integration in den „normalen“ Arbeitsalltag mit den heutigen Leistungsanforderungen ist so gut wie nicht realisierbar, da der Gesundheitszustand keine Konstanz aufweist und jeder Tag eine unkalkulierbare Herausforderung darstellt. Termine in die Zukunft sind einem ein Greuel, da man nicht weiß, in welchem Zustand man dann gerade ist. Um aber nicht in den „Staatlichen Leistungsbezug“ zu fallen und um eine Aufgabe zu haben, war und ist die Kreation von kulinarischen Gaumenschmeicheleien in bester biologischer Qualität eine wahre Freude und die Möglichkeit, mich für einen begrenzten Zeitraum aus dem „Weltgetriebe“ herauszunehmen - bis einen die Realität doch wieder zurückholt.

Nur durch diese selbständige Arbeit in einem verständigen Angestelltenverhältnis mit möglichst freier Zeiteinteilung ist es mir möglich, Arbeiten zu verrichten, die ich zeitlich und kräftemäßig selbst bestimmen kann. Auch wenn mit zunehmender Zusprache des Kundenstammes die Anforderung steigt, so haben diese durchaus Verständnis, daß wir nicht immer und alles sofort parat haben. Es gehört zu unseren Qualitätsmerkmalen, möglichst kleine Chargen in liebe- und hingebungsvoller Handarbeit herzustellen, da auch der Einsatz von lärmenden Maschinen für mich auf ein Minimum beschränkt werden muß.

Somit ist es auch ein Ziel, Entschleunigung und nicht „höher - schneller - besser - weiter“, vorzuleben und zu vermitteln. Zuverlässigkeit oder Wohlgeschmack müssen deshalb nicht auf der Strecke bleiben.

Und somit möchte ich allen Menschen mit gleicher oder ähnlicher Thematik Mut machen, sich Aufgaben zu suchen, die man selbstbestimmt bewältigen kann.

Ihr / Euer

Thomas Luciow

Link: Vortrag "Immer müde! Krank "ohne Grund"! - Dr. Wolfram Kersten - Bamberg

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